Lange Zeit hätte ich sofort unterschrieben, wenn mir jemand gesagt hätte „Perioden sind doch nichts als nervig.“ Ich war nie ein großer Fan meiner Periode und habe sie auch damals mit 13 nicht wirklich gefeiert, als ich die ersten kleinen Blutflecke in meinem Slip entdeckte. Ich fand das alles eher unangenehm.

Paradox, dass ich heute mit meiner Seite www.PrettyPrettyWell.com quasi zu einer Perioden-Bloggerin geworden bin, die glänzende Augen bekommt beim Thema Hormonbalance und Weiblichkeit. Wie es dazu kam?

Meine Einstellung zur Periode änderte sich erst, als sie ausblieb. Leider ist es ja oft so, dass man etwas erst zu schätzen weiß, wenn es nicht mehr da ist. Ich verhütete damals mit dem NuvaRing, nachdem ich zuvor jahrelang die Pille geschluckt hatte. Der NuvaRing war einfach so praktisch – wie gesagt, ich wollte mich mit dem ganzen Periodenkram wirklich so wenig wie möglich beschäftigen. Bis dann eben Ebbe war und die monatliche Abbruchblutung ausblieb, über Monate.

Meine Frauenärztin blieb zunächst cool und meinte, das könne schon vorkommen bei Mädels in meinem Alter (27), die dazu noch recht schlank sind (Körperfettanteil um die 17%). 6 Monate später wurde sie dann allerdings doch nervös, denn mein Östrogenspiegel im Blut lag quasi bei Null. Diagnose: Amenorrhö.

Ameno-was?

Amenorrhö – das ist das Ausbleiben der Periode über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten. Wenn die Amenorrhö im Zusammenhang mit der Pille auftritt, nennt man das auch Post Pill Amenorrhö, oder sekundäre Amenorrhö. Meine Frauenärztin riet mir dazu, den NuvaRing sofort abzusetzen, was ich auch tat, trotz meiner Angst vor den Risiken und Nebenwirkungen des Absetzens meiner hormonellen Verhütungsmittel, von denen ich gehört hatte (Akne, Gewichtszunahme, Haarausfall, etc.). Doch nach dem Absetzen ging es mir tatsächlich besser denn je! Ich fühlte mich frei, stark, wild und … weiblich.

Ich fühlte mich super! Doch etwas fehlte. Auch nach 2 Jahren hatte ich meine Periode noch nicht zurück. Die Ärzte, die ich in der Zwischenzeit aufsuchte konnten mir allesamt nicht helfen, da ich keinen akuten Kinderwunsch hatte. Ihre einzige Option: zurück zur Pille. Doch das kam für mich nicht infrage.

So beschloss ich 2017, mich selbst auf die Suche nach meiner Periode, meinem „missing piece“ und meiner Hormonbalance zu begeben. Um das Ganze zu dokumentieren und auch anderen Mädels Mut mit meiner Geschichte zu machen, startete ich meinen Blog www.prettyprettywell.com. Und was soll ich sagen – es funktionierte! Nach nur 3-4 Monaten schaffte ich es, nach über 2 Jahren Amenorrhö auf natürlichem Weg meine Periode zurückzubekommen. Ich sage nur #healthyourself

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Dabei war es wohl vor allem der holistische Ansatz, mit dem ich meine Amenorrhö schließlich von selbst heilen konnte und meine Hormone in Balance brachte. Ich nahm mir dabei folgende Bereiche vor:

Meine Ernährung

Ja, ich gebe es zu, ich habe vielleicht wirklich etwas zu wenig gewogen in der Zeit meiner Amenorrhö. Dabei habe ich gelernt, dass es für die Hormonbalance nicht so sehr auf den BMI ankommt, sondern vielmehr auf den Körperfettanteil. Bei mir funktioniert bereits ein Körperfettanteil von 17% um einen gesunden Zyklus zu haben, wobei man auch oft liest, dass ein gesunder Körperfettanteil von Frauen bei 20-25% liegt. Jeder Körper ist da eben anders.

Ein zu geringer Körperfettanteil bedeutet Stress für den Körper. Und Stress ist Gift für unsere Hormonbalance. Ein langfristiges Kaloriendefizit signalisiert dem Körper, dass er sich in einer Art Hungersnot befindet – was definitiv keine gute Zeit wäre um schwanger zu werden.

Es hieß für mich also ordentlich futtern, vor allem (überwiegend gesunde ;)) Kohlenhydrate. Ich achtete auf die ausreichende Versorgung mit Makronährstoffen (Fette, Kohlenhydrate und Proteine) und Mikronährstoffen (hier allen vorweg Eisen, Vitamin B12, Folsäure).

Außerdem stellte ich meine Ernährung um auf hauptsächlich warme Speisen – das hatte ich mir bei TCM und Ayurveda abgeschaut. Zuvor bestand meine Ernährung hauptsächlich aus Salat, Rohkost, Joghurt und Backwaren – heute können meine Hormone und ich uns ein Leben ohne ein wärmendes Frühstücks-Porridge nicht mehr vorstellen.

Mein Sportprogramm

Auch mein Sportprogramm wurde unter die Lupe genommen. Zu Amenorrhö-Zeiten hatte ein intensives HIIT Workout zusammen mit regelmäßigen 10km Laufsessions und Halbmarathons zu meiner normalen Sportroutine gehört. Im Zuge meiner Amenorrhö-Recovery stellte ich das für eine Zeit lang erst einmal ein. Ich ließ alles weg, was zu anstrengend war, meinem Körper und meinem Hormonsystem zu liebe. Wie gesagt: Stress bedeutet Gift für unseren Körper.

Alternativ besuchte ich Yoga-Kurse und auch Tanzkurse. Weibliche Sportarten eben, bei denen man mit- und nicht gegen seinen Körper arbeitet. Durch meinen Amenorrhö Heilungsweg ist Yoga als Sport- und Lebensart ein fester Bestandteil meines Lebens geworden. Mittlerweile bin ich sogar selbst Yoga-Lehrerin. Und Hormonyoga Lehrerin.

Hormonyoga entdeckte ich ebenfalls während meines Amenorrhö-Heilungsweges und versah es mit dem Prädikat besonders wertvoll für mich. Hormonyoga ist eine Übungspraxis, die aus verschiedenen Asanas und Atemtechniken besteht, die die Hormonproduktion anregen und kann nachweislich den Hormonspiegel ansteigen lassen. Ganz natürlich und ohne Nebenwirkungen.

Meine Psyche

Als dritten Punkt auf der Suche nach Hormonbalance und der Heilung meiner Amenorrhö, knöpfte ich mir meine Glaubenssätze und meine Einstellung zu meinem Körper und meiner Weiblichkeit vor. Ich begann zu meditieren und Dinge zu vermeiden, die mir psychischen Stress bereiteten. So wechselte ich beispielsweise den Job und betätigte mich mehr und mehr kreativ.

Heute fühle ich mich besser denn je. Auf natürliche Art und Weise habe ich es geschafft, meine Amenorrhö zu überwinden, einen regelmäßigen Zyklus ohne Schmerzen wiederzubekommen und mein Hormonsystem in Balance zu bringen. Ich fühle mich gesund und glücklich. Meine Haut strahlt und ist rein, ich halte mein Idealgewicht und genieße eine gesunde Libido.

Die Einzelheiten meines Heilungsweges könnt ihr auf meinem Blog www.prettyprettywell.com, oder in meinem Buch „Happy Periods. Zurück zum Zyklus in 10 Schritten“ nachlesen. www.prettyprettywell.com/buch

 

Ich wünsche euch alles Liebe, und allen Mädels: Happy Periods!

Eure Insa

@prettyprettywell


Insa healthyourself