Unser Körper ist ein komplexer Organismus, der viele Stoffe benötigt und produziert. Die wichtigsten Nährstoffe kennen wir. Kohlenhydrate, zu denen Stärke und Zucker gehören, Fette, Vitamine, Spurenelemente, wie Kalium, Eisen, Zink und andere. Eine weitere große Nährstoffgruppe ist das Eiweiß, das nicht selten auch als Protein aufgeführt wird.

Das ist natürlich sehr allgemein gehalten, denn Proteine gibt es tausende. Und jedes Protein hat seine ganz eigene wichtige Aufgabe. Die Grundbausteine der Proteine sind die Aminosäuren, die wir täglich zu uns aufnehmen müssen. Sie sollten eine wesentlich bedeutendere Rolle in der Ernährungskunde spielen und nicht einfach als Eiweiß zusammengefasst werden.

Bausteine des Lebens

Wenn von Aminosäuren die Rede ist, dann hört man oft die Aussage „Bausteine des Lebens“. Tatsächlich wäre ohne Aminosäuren Leben in heutiger Form nicht möglich. Die mehreren Hundert Aminosäuren gelten als teils bioaktive Moleküle, aus denen sich komplexere Organismen bilden konnten.

Auch heute noch spielen Aminosäuren eine wichtige Rolle, denn aus ihnen entstehen Knochen, Gewebe und Schleimhäute. Da sich Gewebe ständig erneuern, hat der Mensch auch einen ständigen Bedarf an neuen Aminosäuren. Der Bedarf der verschiedenen Aminosäuren kann sich mit steigendem Alter ändern. Kinder, mit ihrem starken Wachstum, benötigen andere Aminosäuren als eine ältere Person.

Auf aminosaeuren.org können Sie sich zu den verschiedenen Aminosäuren und ihren Wirkungen informieren. Das Thema ist sehr spannend und wird in vielen Bereichen erforscht, nicht nur der Ernährungskunde. Aminosäuren sind ein spannender Teilbereich der organischen Chemie.

Aminosäuren gibt es an sich schon viele, doch wenn sie sich zusammensetzen, können Riesenmoleküle entstehen, deren Struktur auch heute noch schwer zu entziffern ist. Findet man mehr über Aminosäuren und Proteine heraus, so kann man durchaus auch Rückschlüsse auf die Entstehung des Lebens ziehen und den Einfluss der Proteine auf unsere Gesundheit.

Aminosäuren im Fokus der Medizin

Bestimmte Aminosäuren sind bei der Bildung neuer Zellen beteiligt, sei es Knochengewebe, Schleimhaut oder Muskelfleisch. Daher werden Aminosäuren immer häufiger auch von Medizinern erforscht. Ein Beispiel hierfür ist die Arthrose. Die Gelenkerkrankungen, an der vorwiegend ältere Menschen leiden, kann auf den Abbau von Knorpelmaße zurückgeführt werden.

Für die Bildung von Knorpelmaße sind die Aminosäuren Glucosamin und Chondroitin maßgeblich zuständig. Eine erhöhte Aufnahme der Aminosäuren kann neue Knorpelmatrix bilden, die die Symptome der Arthrose oder Arthritis lindern können. Als Nahrungsergänzungsmittel haben Glucosamin und Chondroitin keine bekannten Nebenwirkungen.

Patienten nach einer Operation werden in vielen Kliniken Aminosäuren verabreicht. Das kann dabei helfen, die Beweglichkeit zu erhalten und den Gelenkverschleiß zu minimieren. Studien konnten zeigen, dass Patienten so viel schneller wieder auf den Beinen waren, als ohne Aminosäuren.

Besonders das Methylsulfonylmethan, kurz MSM, zeigte sich mit Glucosamin als besonders wirksam. Schwefel gilt schon lange als entzündungshemmend und schmerzlindernd, doch als Aminosäure ist es besonders wirksam. Man wird versuchen, in den kommenden Jahren mehr über Aminosäuren und ihre Wirkung zu erfahren, um sie in Zukunft bei medizinischen Therapien einsetzen zu können.

Welche Aminosäuren brauchen wir eigentlich?

Es gibt mehrere hundert Aminosäuren, die Zahl variiert von Quelle zu Quelle. Doch wirklich wichtig für uns sind 23 von ihnen, die sogenannten proteinogenen Aminosäuren. Man unterteilt sie in essentielle, semi-essentielle und nicht-essentielle Aminosäuren. Erstere sind Bausteine, die der Mensch nicht selber bilden kann und daher permanent mit der Nahrung aufnehmen muss.

Eine gesunde, proteinhaltige Ernährung mit Nüssen, Kernen und Ölen ist daher wichtig. Semi-essentiell bedeutet, dass der Körper die Aminosäuren teilweise selbst bilden kann, jedoch nicht in ausreichender Menge. Nicht-essentielle Aminosäuren sind solche, die der Körper gänzlich aus anderen Nährstoffen selbst bilden kann.