CBD, eines der bekanntesten Cannabinoide, rückt immer mehr in den Fokus additiver, medizinischer Therapieformen. CBD steht für Cannabidiol und ist ein legaler Inhaltsstoff der weiblichen Hanfpflanze der im Körper an spezifischen, später besprochenen, Rezeptoren wirkt. CBD kann sich, neuen Forschungserkenntnissen zufolge, auf viele Krankheitsverläufe positiv auswirken. Welche Rolle das Immunsystem dabei spielt, und was CBD hier zur Immunsystemstärkung beitragen kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

CBD – eines der bekanntesten Cannabinoide

Das Cannabinoid CBD (Cannabidiol) findet sich, wie viele andere Vertreter dieser Stoffklasse, in weiblichen Hanfpflanzen. Im Vergleich zum ebenfalls enthaltenen THC, das bekanntermaßen in Deutschland unter gewöhnlichen Umständen nicht verkauft werden darf, handelt es sich bei CBD um ein legales Cannabinoid. Dies liegt vor allem daran, dass die psychoaktive Wirkung des THC bei CBD praktisch nicht beobachtbar ist. CBD wird daher auch nicht zur Berauschung eingenommen, sondern zur leichten Schmerzlinderung, sowie zur Behandlung von Übelkeit, Entzündungsreaktionen und zur Stärkung des Immunsystems. Ein großer Vorteil des CBDs ist, dass die Möglichkeit der Anwendung breiter gefächert ist, als dies bei anderen Cannabinoiden der Fall ist. Eine beliebte Form der CBD-Einnahme stellt beispielsweise die Nutzung von Hanföl dar. So kann im Vergleich zum inhalativen Konsum, eine einfachere und schonendere Anwendbarkeit erreicht werden.

Zudem ist CBD keinesfalls ein bisher unbekannter Wirkstoff, denn Hanf findet bereits seit mehr als 5000 Jahren Anwendung in der Behandlung unterschiedlichster Gesundheitszustände (Hoch and Friemel 2019).

Wirkung von CBD im Körper

Wie in dem wissenschaftlichen Beitrag von CBD-Infos.com beschrieben, wirkt Cannabidiol im Körper über das sogenannte Endocannabinoidsystem. Dabei handelt es sich im Grunde um zwei Rezeptortypen, die im Körper in unterschiedlicher Häufigkeit vorkommen. Der Rezeptor CB1 lässt sich vor allem im zentralen Nervensystem finden. An diesem Rezeptor wirkt unter anderem auch THC und führt so zu den typischen psychogenen Erscheinungsbildern. Dieser Rezeptor vermittelt unter anderem auch eine Analgesie (Schmerzlinderung), wenn Cannabinoide an ihm binden. Des Weiteren kommt es bei Aktivierung des CB1-Rezeptors zur Anxiolyse (Angstminderung), zur Hemmung von Entzugssymptomen, sowie zur Appetitsteigerung. CBD vermittelt nur eine geringe Aktivierung dieser Rezeptoren, wodurch eine milde Analgesie beobachtet werden kann, ohne jedoch eine psychogene Wirkung zu zeigen.

Die für CBD weitaus interessantere Rezeptorform ist der CB2-Rezeptor. Dieser findet sich vor allem auf Zellen des Immunsystems, die durch Einwirkung von Cannabinoiden eine Aktivierung oder Hemmung erfahren können. So kann CBD eine direkte Immunmodulation vornehmen und beispielsweise an der Bekämpfung von Entzündungsreaktionen mitwirken (Burston et al. 2013; Burstein 2015).

Das Immunsystem

Das Immunsystem stellt ein komplexes Zusammenspiel von Organen, Geweben und freien Zellen dar, die zur Unversehrtheit des Körpers, zur Abwehr von Krankheitserregern und anderen äußeren Einflüssen beitragen. Des Weiteren reguliert das Immunsystem auch körpereigene Bedrohungen wie beispielsweise entartete Zellen. Prinzipiell wird ein angeborenes (unspezifisches) von einem erworbenen (spezifischen) Immunsystem unterschieden. Das unspezifische Immunsystem reagiert auf Fremdstoffe unter anderem mittels sogenannter Fresszellen (Phagozyten), die fremde Zellen, Erreger, etc. aufnehmen, anschließend verdauen und somit unschädlich machen.

Ein weitaus spezifischerer, schnellerer Weg der Bekämpfung dieser Gefahren stellt jedoch das erworbene Immunsystem dar. Hier kommt es bei einer erstmaligen Erkennung des fremden Stoffes zu einer Reaktion, die sich das Immunsystem „merkt“. Wird dem Körper nun der gleiche Stoff nochmals zugeführt, wird dieser vom Immunsystem schneller erkannt, und es erfolgt eine gezielte Reaktion, die unter anderem von der Immunzellklasse der Lymphozyten vermittelt wird.

Auch verschiedene Organe spielen im Immunsystem eine wichtige Rolle, so dienen die Lymphknoten als Filterstation für Krankheitserreger und entartete Zellen, aber auch das Knochenmark stellt als Produktionsort der Blut- und Immunzellen eine primäre Säule der Funktion des Immunsystems dar. Zudem sind auch verschiedene Gewebe wie die Rachenmandeln, die Milz und andere Organe an der Immunabwehr beteiligt, was hier jedoch keine weitere Erwähnung finden soll (Pschyrembel 2007).

Wirkung von CBD auf das Immunsystem

Das Immunsystem des Körpers kann durch unterschiedliche Faktoren positiv, aber auch negativ beeinflusst werden. So führt beispielsweise Schlafmangel, aber auch chronischer Stress zu einer sogenannten Immunsuppression (Schwächung/Unterdrückung des Immunsystems). Dies resultiert in einer gesteigerten Infektanfälligkeit, die viele bereits am eigenen Leib erfahren haben. So sind vor allem Menschen, die einem konstant hohen Stresslevel ausgesetzt sind, anfälliger für Infekte. Einer Forsa-Umfrage zufolge gaben 23 % der Befragten an häufig gestresst zu sein, lediglich 14 % gaben an, nie unter Stress zu stehen. Ähnlich kritisch es beim Thema Schlafmangel aus, hier gaben 57 % der Befragten im Alter zwischen 18 – 25 Jahren, einen regelmäßigen Schlafmangel an. Bei den Befragten im Alter von 26 – 35 Jahren, lag der Wert immer noch bei 49 %. Erst ab dem 56. Lebensjahr sank der Prozentsatz der Befragten mit Schlafmangel auf 15 %. Auch schlechte Ernährung und wenig Bewegung können zusammen, mit den oben erwähnten Faktoren, zu einer signifikanten Schwächung des Immunsystems führen.

Studien über die Wirkung von CBD auf das Immunsystem konnten dabei zeigen, dass die stressreduzierende Wirkung von Cannabidiol diesen Risikofaktor deutlich verringern konnte, um so eine dadurch bedingte Immunsuppression zu vermeiden. Des Weiteren kann CBD die Schlafqualität fördern, wodurch weniger zellschädigende Zytokine ausgeschüttet werden, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Auch der direkte Eingriff von CBD auf die CB2-Rezeptoren kann das Immunsystem stärken. Denn CB2-vermittelt kommt es zu einer Aktivierung von immunmodulierenden T-Regulatorzellen, sowie ebenfalls zur Verringerung der Zytokinproduktion. Die Summe dieser Effekte kann dabei zu einer Stärkung und Optimierung des Immunsystems beitragen (Fali, Vallet, and Sauce 2018; Statista 2008; 2016; Vitlic, Lord, and Phillips 2014; Besedovsky, Lange, and Born 2012).

Fazit

Das Immunsystem ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedenster Organe, Zellen und Moleküle, dessen Funktion unter anderem nicht unerheblich vom Lebensstil abgängig ist. Die Wirkung von CBD kann dabei helfen, das Immunsystem hinsichtlich neuer, täglicher Herausforderungen zu stärken, um so eine möglichst starke Abwehrkraft des Körpers zu erzielen und aufrecht zu erhalten.


Quellen:

[1] Besedovsky, Luciana, Tanja Lange, and Jan Born. 2012. ‘Sleep and Immune Function’. Pflugers Archiv: European Journal of Physiology 463 (1): 121–37. https://doi.org/10.1007/s00424-011-1044-0.

[2] Burstein, Sumner. 2015. ‘Cannabidiol (CBD) and Its Analogs: A Review of Their Effects on Inflammation’. Bioorganic & Medicinal Chemistry 23 (7): 1377–85. https://doi.org/10.1016/j.bmc.2015.01.059.

[3] Burston, James J., Devi Rani Sagar, Pin Shao, Mingfeng Bai, Emma King, Louis Brailsford, Jenna M. Turner, et al. 2013. ‘Cannabinoid CB2 Receptors Regulate Central Sensitization and Pain Responses Associated with Osteoarthritis of the Knee Joint’. PloS One 8 (11): e80440. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0080440.

[5] Fali, Tinhinane, Hélène Vallet, and Delphine Sauce. 2018. ‘Impact of Stress on Aged Immune System Compartments: Overview from Fundamental to Clinical Data’. Experimental Gerontology 105: 19–26. https://doi.org/10.1016/j.exger.2018.02.007.

[6] Hoch, Eva, and Chris M Friemel. 2019. Cannabis – Potenzial Und Risiko, Eine Wissenschaftliche Bestandsaufnahme. Edited by Miriam Schneider. Springer Berlin Heidelberg.

[7] Pschyrembel, Willibald. 2007. Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch. 261st ed.
Statista. 2008. ‘Schlafmangel nach Altersgruppen im Jahr 2008’. Statista. 2008. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76028/umfrage/schlafmangel-nach-altersgruppen-2008/.

[8] ———. 2016. ‘Stress – Verbreitung in Deutschland 2013 und 2016’. Statista. 2016. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/282555/umfrage/umfrage-zur-verbreitung-von-stress-in-deutschland/.

[9] Vitlic, Ana, Janet M. Lord, and Anna C. Phillips. 2014. ‘Stress, Ageing and Their Influence on Functional, Cellular and Molecular Aspects of the Immune System’. Age (Dordrecht, Netherlands) 36 (3): 9631. https://doi.org/10.1007/s11357-014-9631-6.

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