Brennnesseln sind eine Pflanzengattung der Brennnesselgewächse und kommen beinahe auf der ganzen Welt vor. In Mitteleuropa sind beinahe alle 45 Arten zu finden. Allerdings wird sie vielerorts als Unkraut und aufgrund ihrer brennenden Nesselhaare, als ein Störenfried betrachtet. Daher wird ihr oft ein kurzer Prozess gemacht, indem sie abgemäht wird und in die Biotonne kommt. Aber die als Unkraut in Verruf geratene Brennnessel ist nicht nur sehr robust gegenüber Schädlingen und Umwelteinflüsse, sie ist ein echter Allrounder in Sachen Gesundheit. Die Pflanze findet in der alternativen Heilkunde seit vielen Jahrhunderten Verwendung, da sie eine vielseitige und überaus effektive positive Wirkung auf den menschlichen Körper besitzt. Im Folgenden gibt es ein paar Tipps und mögliche Anwendungsbereiche, wozu die Brennnessel genutzt werden kann.

Die Inhaltsstoffe der Brennnessel

Das vermeintliche Unkraut enthält mehr Vitamin C als viele Zitrusfrüchte und ist reich an Eisen, Kalium und Magnesium. Weitere vitale Inhaltsstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie die Flavonoide. Es ist die hohe Zahl an verschiedenen Inhaltsstoffe sowie deren perfekte Wechselwirkung, welche sie zu einem effektiven natürlichen Heilmittel macht. Weitere Wirkstoffe der Brennnessel sind:

  • Vitamine B1, C, und A
  • Quercetin
  • Kampferol
  • Serotonin
  • Acetylcholin
  • Scopoletin
  • Beta-Sitosterol

Brennnessel für schöne, junge Haut

Die Brennnessel besitzt Wirkstoffe, welche die Durchblutung anregen, sich das Hautbild bessert und sich die Haut sichtbar verjüngt. Die bessere Durchblutung führt dazu, dass die Zellen mit mehr Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt werden können. Die Regeneration der Hautzellen wird so ebenfalls gefördert. Zudem besitzt die Heilpflanze, aufgrund der in ihr enthaltenen Öle, eine antibakterielle Wirkung, welche Bakterien und Keime schnell und effektiv abtötet. Diese zwei Wirkungsweisen sind der Grund dafür, dass Brennnessel auch ein Bestandteil von Salben, Cremes und Lotionen für die Haut als auch in Shampoo für die Haare ist.

Arthrose und Arthritis mit Brennnessel behandeln

Brennnessel hat gegen Arthrose als auch gegen chronisch bedingte Arthritis überaus positive Effekte, da die Pflanze sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd wirkt. Das Zusammenspiel macht das Naturheilmittel zu einem leicht verträglichen und schnell wirksamen Mittel gegen diese Leiden. Die Blättern der Brennnessel enthalten einen Wirkstoff, der das Wachstum der Bakterien hemmt. Zu früherer Zeit wurden deshalb verschiedene Lebensmittel in Brennnesselblätter eingewickelt, um sie zu schützen und länger haltbar zu machen.

Auf natürliche Weise den Blutdruck senken

Die Brennnessel zählt zu einer der ältesten natürlichen Heilmittel. Sie ist vielseitig einsetzbar, wirkt überaus schnell und sie hat auf beinahe alle Organe im Körper einen positiven Effekt. Das Heilmittel, das idealerweise auch im eigenen Garten wächst, entgiftet zum einen den Körper und versorgt ihn zum anderen mit essentiellen Nährstoffen. Das macht die Brennnessel zum perfekten Booster für das Immunsystem. Zudem ist die Pflanze der wohl bekannteste natürliche Blutdrucksenker. Dieser steigt an, wenn der Anteil an Wasser im Körper zu hoch ist. Da die Brennnessel eine entschlackende Eigenschaft besitzt und die Ausleitung von Urin anregt, werden die Wasserreserven im Körper weniger und der Blutdruck reguliert.

Brennnessel gegen Harnwegsinfektionen, Nieren- und Blasensteine

Vor allem bei Harnwegsinfektionen ist Brennnessel die beste Wahl. Zum einen wirkt sie antibakteriell und zum anderen regt sie zum Wasserlassen an. Der Grund für den wassertreibenden Effekt, wodurch die Bakterien aus der Harnröhre befördert werden, ist der hohe Anteil an Kalium in der Pflanze.
Blasen- und Nierensteine sind oft mit starken Schmerzen und einen unangenehmen Drang zum permanenten Wasserlassen verbunden. Die Ursache ist bei beiden ein zu hoher Harnsäurespiegel im Blut. Da Brennnessel die Harnröhre anregt und entwässernd wirkt, kann die Bildung von Blasen- und Nierensteinen verhindert werden. Bereits gebildete Blasen- und Nierensteine werden schneller aus dem Körper gespült und Infektionen an den ableitenden Harnwegen verhindert. Auch Blasenentzündung kann so natürlich behandelt werden.

Volles Haar dank Brennnessel

Die Urtica, der lateinische Name der Brennnessel, hat, wie bereits erklärt, eine durchblutungsfördernde Wirkung. Dieser Effekt kommt nicht nur dem Blutdruck oder einer schönen Haut zugute, sondern kann das Haarwachstum anregen, indem die Kopfhaut verstärkt durchblutet wird und die Haarfollikel mit Nährstoffen versorgt werden kann. Das macht volles Haar und kann sogar Haarausfall lindern.

Brennnessel gegen Rheuma

Die Wirkung von Brennnessel regt die Durchblutung an und hemmt Entzündungen. Das macht sie zum idealen natürlichen Mittel gegen Rheuma. Aus sehr alten Medizinbüchern ist bekannt, dass Patienten mit Rheuma sich in Brennnessel legten. Zwar war diese Art der Behandlung mit Schmerzen und Hautirritationen verbunden, dennoch wurde die Durchblutung angeregt. Allerdings wird das Kraut heute als Tee oder als Salbe gegen Rheuma eingesetzt, was weniger schmerzhaft und deutlich effektiver ist.

Auf brennessel-tee.com findest du weitere positive Wirkungen der Brennessel.

Die möglichen Nebenwirkungen der Brennnessel

Um die Nebenwirkungen der Brennnessel zu erklären, ist es auch gut zu wissen, warum der Hautkontakt schmerzt. Die Pflanze hat feinste Brennhaare, die Kieselsäure und Ameisensäure enthalten und wie winzige Nadeln sind. Bereits eine minimale Berührung reicht aus, dass die Nadeln abbrechen und sich in die Haut bohren, wodurch auch die Säure in die Haut gelangt. Sie ist für das Brennen und die typischen roten Quaddeln verantwortlich. Die Säure ist unbedenklich und wird vom Körper in der Regel ohne Probleme abgebaut. Beim Verzehr kann es in einigen Fällen zu Beschwerden mit dem Magen-Darmtrakt kommen. Sodbrennen, leichte Übelkeit, Blähungen, Durchfall und ein Völlegefühl sind mögliche Folgen. Allergische Reaktionen, wie beispielsweise Juckreiz, Hautirritationen oder eine Reizung der Magenschleimhaut, sind nur in sehr wenigen Fällen bekannt.